Ilse Schüle lebte vom 17. Juni 1903 bis zum 4. Dezember 1997.
Geboren als viertes von sechs Kindern des Stadtschultheißen Bentel von Vaihingen, war Ilse Schüle schon in früher Kindheit und Jugend den schönen Künsten zugetan. Aus freien Stücken fertigte sie zahlreiche Aquarelle und ließ später ihre Begabung an der Kunstgewerbeschule Stuttgart weiter ausbilden – fort von "brotloser Kunst" zu seriöser "Schriftgestaltung und Gebrauchsgrafik". Sie studierte bei dem vortrefflichen Lehrmeister Prof. Friedrich Hermann Ernst Schneidler (1882 – 1956) und wurde dessen Mitarbeiterin und Dozentin an der gleichen Lehranstalt. Nach ihrer Heirat 1929 und der Geburt ihrer Zwillinge 1930 setzte sie ihre grafische Tätigkeit als freischaffende Künstlerin fort, vor allem mit dem Entwurf vieler Bucheinbände für die Deutsche Verlagsanstalt Stuttgart. Ihre Arbeiten fanden im In- und Ausland hohe Anerkennung.

In den späten 30er Jahren entstand für die Schriftgießerei Ludwig und Mayer die Schrift "Rhapsodie".
Die Familie Schüle mußte vor dem Krieg und während desselben mehrere Male ihren Wohnort wechseln, um politischer Verfolgung zu entgehen und um beruflich Fuß zu fassen.


So lernte sie Brandenburg (nördlich Berlins) kennen, konnte aber lange vor Kriegsende wieder in die schwäbische Heimat zurückkehren. Seit 1974 wohnte Ilse Schüle in Schwäbisch Hall*.

Es gibt einige Frauen gleichen Namens, darunter auch eine Grafikerin – und vor allem eine etwas jüngere Frau in Schwäbisch Gmünd, die mir den Weg zur "richtigen" Ilse Schüle wies.

Lebensbeschreibungen aus eigener Feder der Ilse Schüle finden sich im "Haller Tagblatt" 1994, Nr. 138 Seite 26 vom 18. Juni 1994 sowie im Jahrbuch "Württembergisch Franken 1994" ISSN 0084-3067 Seiten 513 bis 529.

Noch 1999 gelang es mir in Homberg/Efze, letzte Bleilettern der Schrift "Rhapsodie" in den Größen 12, 18 und 36 Punkt vor dem Einschmelzen zu retten und an die Bleisatzdruckerei Liebers nach Dresden zu senden.

* Wir bedauern, daß wir vor etwa 4 Jahren den falschen Ort Schwäbisch Gmünd genannt hatten. Leider wurde diese falsche Informationen in viele andere Publikation übernommen. Wir danken einem ihrer Zeitgenossen/Bekannten, der uns auf unseren Fehler aufmerksam machte. 2004-10-10



2000-03-05 Markwart Lindenthal
geändert/ergänzt: 2004-10-10

 

 

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