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Besonderheiten
der gebrochenen Schriften Fraktur, wörtlich »die Gebrochene«, ist eine Gruppe von Schriften, die immer wieder gerne für Feines und Feierliches, für Biere und Bayrisches gewählt werden. Die gotische Schrift entstand um 1500, die »lateinische Altschrift« = »Antiqua« wenige Jahre später in der italienischen Renaissance. Feine Fraktur ist allerdings schwierig zu setzen. Das geht schon beim schmucklosen langen S an, das außer am Wortende überall eingesetzt wurde früher sogar auch in Antiquaschriften und heute oft vergessen wird, weil die Schreibmaschinentastaturen keinen Platz haben für zwei verschiedene s-Zeichen und weil außerdem die Laserdrucker an einem langen S genauso kurz schreiben wie an einem Schlangen-s. Schon die Lateiner nutzten das platzsparende lange S; wenn dann am Ende noch Platz ist, kann man ja dort das prunkvolle Rund-s nehmen. Saubere Fraktur nutzt zudem besondere Silbentrennzeichen und vor allem Verbundbuchstaben, sogenannte Ligaturen, die sonst Gebrochenes wieder zusammenführen, typisch etwa bei st, ff oder dem bekannten Es-Zett ß, das eigentlich ein Ss ist, ein langes S und ein rundes s zum Abschluß dahinter. Am Computer mußten die beiden s-Formen und die Ligaturen als Sonderzeichen neue Plätze finden, und damit begann das Durcheinander, potenziert durch die Unterschiede zwischen Apple- und Microsoft-Standards. Die Verwirrung löst nicht einmal neuester Unicode, der zwar das lange S kennt (auf 017F), uns sonst aber außer bei ausländischen Umlaut-Ligaturen wie beispielsweise dem »zusammengeklebten« o und e gleich (0153) oder a und e gleich æ (0230) nicht weiterhilft. Schade. Der Frakturmeister ist eingerichtet auf die moderne Zeichenbelegung nach Vorschlag des »Arbeitskreises für gebrochene Schriften auf Rechnern«, der unter Federführung des »Bundes für deutsche Schrift und Sprache« im Februar 1998 in Ahlhorn diese »neue Norm« beschloß, bei der die Belegung der weltweit genormten ersten 128 Zeichen (ANSI/ASCII) unverändert bleibt. (Alle von uns angebotenen Schriften entsprechen dieser Vereinbarung: siehe die Deutsche Frakturseite www.Fraktur.de) |
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